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Areal Messe Basel – eine städtebauliche Chance

Das Militär, die Post und die Bundesbahnen im In- und Ausland machen sich Gedanken über die Nutzung ihrer ausgedienten Areale und Immoblien. Mit dem Aus für die Mustermesse und der Pandemie ist auch das Messeareal in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Auf Einladung der Stiftung Architektur Dialoge werden die verschiedenen Projekte im und um das Messeareal an einem Podium thematisiert. Interessierte konnten sich via Chat mit Fragen einbringen. Die städtebauliche Chance des Areal Messe Basel diskutieren:
• Simon Hartmann, HHF Architects, Harvard GSD und KIT Karlsruhe
• Meinrad Morger, Morger Partner Architekten
• Barbara Rentsch, Leiterin Portfoliomanagement Immobilien Basel-Stadt
• Jonas Scharf, Managing Director Venues MCH Group


Im Vorfeld waren Studenten der KIT Karlsruhe eingeladen das Areal Messe Basel der Zukunft zu visualisieren. Sind die Anregungen für die Messe interessant oder nur wenig lukrative Experimente? Was bedeutet eine Messe in heutigen Zeiten? Welche Räume braucht sie? Was heisst das für die Stadt Basel? Was für den öffentlichen Raum?

Für Simon Hartmann, Inhaber HHF Architects und Mentor an der KIT Karlsruhe, der die Studentenarbeiten am Podium präsentiert, ist mit der Frage nach der städtebaulichen Chance der wichtigste Schritt zur Öffnung getan. Für Meinrad Morger, Inhaber Morger Partner und Architekt der beiden Hochhäuser vor Ort, ist der Dialog zwischen Messe und der Stadt seit jeher ausgezeichnet. Was stimmt jetzt?

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Visualisierung der Halle 3 (Hintergrund) und Beispiele von Tranparenz und Urbanität geprägter Architektur.

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Das Podium
Wie ein Riegel liegt das Messeareal im Kleinbasel. Vor kurzem hat die Stadt die Halle 3 übernommen und könnte hier die in der Stadt dringend benötigten Wohnungen errichten. Können hier Quartiere zusammenwachsen? Was sind die Rahmenbedingungen und Vorraussetzungen? Was ist aus den Arbeiten der Studierenden zu lernen? Die Diskussion kann auf youtube.com nachgesehen werden:

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Die Bilanz der Veranstaltung
«Am Ende war das alles etwas brav, spannungslos, floskelhaft. Rentsch: Die Transformation ist immer eine Chance. Irgendwie sinnbildlich war die leise Enttäuschung von Messemanager Scharf über die Arbeiten der Studierenden: Ich habe von den Architekten radikalere Sachen erwartet. Zu einer inhaltlichen Kontroverse kam es nicht. Und zwischenzeitlich irritierte ein akustisches Rauschen die rund 150 Zuschauer des Livestreams. Simon Hartmann fand irgendwann die Ursache: Es ist das Kabel! Und Moderator Dieter Kohler kommentierte trocken: Der gute alte Wackelkontakt» schreibt Lukas Grunz auf Architektur Basel.

Tatsächlich ist der Mangel an 'inhaltlicher Kontroverse' offensichtlich. Die  Bevölkerung darf mit einer Öffnung der Rundhofhalle rechnen. Die Halle 2 bleibt im Produktionsmodus für laufende Messen weiterhin privat genutzt, Halle 3 ist als Ladestation für Elektrobuse der BVB belegt und beim Parkhaus gibt der Abriss und Neubau keinen Spielraum für eine Zwischennutzung vor. Beim Letzterem fehle es an Möglichkeiten einer urbanen Nutzung, meint Meinrad Morger salopp. Die These bleibt unwidersprochen. Ist dem wirklich so? Bleibt Wohnraum die einzige Option?

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Was tun mit einem Parkhaus? Ein Vorschlag. EG: Veloparking und Exhibition Square der FHNW. 1. OG: Gemüsebörse, 2. OG: Drive-In Recyclingstation Plastik, Glas, Metall, 3. OG: Blumenbörse plus Wohnfäche, Bioklappe, 4. OG: Vereinslokale, Larvenatelier, 5. OG: Fernsehstudio, Hallenhockey, 6. OG: Drive-In Waschsalon und Autowaschanlage, 7. OG: Hallenwohnen 8. OG: Tierarztpraxis, Tierheim, 9. OG: Drive-In Einkaufsstrasse, Teile des Staatsarchivs 10.OG: Musikakademie / Jazzschule und Wohnflächen, 11. OG: Urban Gardening / Imkerei und Swimmingpool mit Rutschbahn.

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Gemäss Messe Schweiz soll das Parkhaus Mustermesse von Suter+Suter (1975) einem Hochhaus weichen. Parkplätze werden dank tiefer Erstellungs- und Betriebskosten nach gängiger Praxis ins UG verlegt. Für eine Zwischennutzung denkbare Ideen gibt sich die Messe Schweiz offen.

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Ausstellung zum Thema Access for All

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São Paulos soziale Infrastrukturen

Das Architekturmuseum der TU München in einer Adaption des S AM in Kooperation mit dem Institut Architektur FHNW präsentiert Architekturfotos, Videos und Architekturmodelle zum Thema Open Space.

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Ein Stadtpark auf der Hauptstrasse: Jeweils sonntags ist die Avenida Paulista für Fahrzeuge gesperrt.

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Die brasilianische Metropole São Paulo tätigt seit Jahrzehnten erhebliche Investitionen in neue architektonische Infrastrukturen, um die räumliche Enge der Megacity zu kompensieren und dem wachsenden Bedarf nach öffentlichen Räumen für Kultur, Erholung und Sport gerecht zu werden. ‹Access for All› ermöglicht einen vertiefenden Blick auf Gebäude, Freiräume und Infrastrukturbauten unterschiedlicher Grösse und zeigt, wie diese inklusive Orte für die Stadtgesellschaft São Paulos schaffen.

Quelle: Schweizerisches Architekturmuseum Basel

Auf dem 11. Obergeschoss des SESC 24 de Maio können sich Besucher und Badende treffen.

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Geschrieben von VELOP.CH am Dienstag April 20, 2021

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