Velo parkt mit Gleisanschluss

VELOP.CH

Velo und Ökonomie

Quelle: www.businessinsider.com

USA: Die erdrückende Zahl der Ladenschliessungen im Detailhandel wird sich voraussichtlich 2019 fortsetzen. Die Verkaufsfläche im  Detailhandel verringerte sich 2017 um 102 Millionen Quadratfuß, 2018 waren es sogar 155 Millionen Quadratmetern, schreibt businessinsider.com. (aktualisiert: 2019 schlossen 9100 Läden)

Ähnliches Ungemach droht dem Detailhandel in Europa. Was tun bei Leerständen in den Städten? Unser Vorschlag: Veloparking statt Einkauf im UG (siehe Artikel zum Schluss).
 

Umsätze durch Kundschaft auf dem Velo

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Verschiedene Studien zeigen, dass Velofahrer eher lokal einkaufen. Ihr Einkaufskorb ist zwar klein, aber um so öfter tätigen sie ihre Einkäufe. Sie verbringen auch mehr in der lokalen Gastronomie. Wer seine Besorgungen einfach mit dem Velo tätigen kann, trennt sich häufiger vom einen Aato. Damit stehen einem Haushalt rund 3.000 CHF pro Jahr mehr zur Verfügung. Bild: www.gracq.org

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Nebst der Reduktion der Luftverschmutzung wird mit Velofahren auch Lärm reduziert. Es ist ein Gewinn für Wohnungen, Kommunale Einrichtungen, Büros und nicht zuletzt für Gastrobetriebe mit Nutzung der Allmend. Von den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit durch Velofahren abgesehen.

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Weiterführende Informationen
Weite Gasse in Baden: Das Gewerbe will kein Velofahrverbot in der aargauerzeitung.ch vom 16.10.2019
Radwege statt Parkplätze und schon steigt der Umsatz welt.de am 30.8.2019
Impacts of Replacing On-Street Parking With Bike Lanes A Toronto (Canada) Case Study (pdf)
Veloinfrastruktur ist kostengünstiger als Autoinfrastruktur www.gracq.org
Verkehrsberuhigte Bahnhofstrasse; eine Chance für Arbeitsplätze im Detailhandel  telebielingue.ch

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Veloinfrastruktur verursacht kaum externe Kosten

Velofahrer kosten 100 Millionen Franken pro Jahr 30.7.2018

Velofahrer kosten die Allgemeinheit jährlich unter dem Strich rund 100 Millionen Franken – ohne Infrastruktur. Unter anderem verursachen sie Unfallkosten von 525 Millionen Franken – aber sie erzeugen auch öffentlichen Nutzen, wie die Fachleute der Institute Ecoplan und Infras in ihrer Studie über externe Effekte des Verkehrs erklären. Sie halten den Zweiradlenkern zugute, dass diese sich körperlich betätigen, deswegen gesünder sind und damit Krankheitsfälle verhindern. Die Allgemeinheit profitiert davon zum Beispiel durch tiefere Spitalkosten und geringere Produktionsausfälle. Gemäss den Studienautoren generieren die Zweiradbenutzer damit 452 Millionen Franken Nutzen zu Gunsten Dritter.

Von allen Verkehrsarten ist einzig die Bilanz der Fussgänger positiv: Diese verursachen geringe Kosten und tun viel für ihre Gesundheit. Sie sorgen damit für einen Überschuss von 430 Millionen Franken jährlich. Das entspricht einem externen Nutzen von 10 Rappen pro gelaufenen Kilometer. Autos hingegen lösen jährlich externe Kosten von 8,4 Milliarden Franken aus, Motorräder 800 Millionen, die Personenzüge 600 Millionen und öffentliche Busse 285 Millionen Franken. Die entsprechenden Schätzungen hat der Bund nun zum zweiten Mal anstellen lassen. Der Hauptunterschied zur ersten Studie vor vier Jahren ist dabei der Wert des Lebens: Damals bewerteten die Fachleute ein Menschenleben mit 3,4 Millionen Franken. Mit Verweis auf neue internationale Forschungsergebnisse haben sie diesen Betrag nun auf 6,2 Millionen Franken angehoben. Damit steigt der statistische Wert eines Lebensjahrs von 99900 Franken auf 235000 Franken. (ffe)

Quelle: tagblatt.ch
Amt für Raumplaung: (Update 2018): Externe Kosten aller Verkehrsmittel (PDF)

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Velofahrer nützen der Allgemeinheit mehr als sie kosten 10.7.2014

Das Bundesamts für Raumentwicklung veröffentlicht im Abstand von 10 Jahren ihren Schlussbericht zu den externe Kosten des Verkehrs. 2014 wurden erstmals die externen Kosten aller Verkehrsmittel erfasst, also auch der Fliegerei, Velofahrer und Fussgänger. Dabei ergab sich, dass der sogenannte Langsamverkehr 1,3 Milliarden Franken an externem Nutzen generiert. Klar fällt dieser primär auf die aktive Person, weil sie gesünder lebt. Doch erkennt die Studie auch eine Entlastung für die Allgemeinheit. Die Rede ist von einer «Ressourceneinsparung».

Durch die bessere Gesundheit der «Langsamverkehrer» reduzieren sich die Krankheitsfälle, wodurch Arztkosten und schliesslich Krankenkassenkosten eingespart werden können. Auch die Arbeitgeber profitieren davon, dass diese Gruppe seltener bei der Arbeit ausfällt. Laut Studie konnten die geh- und tretfreudigen Schweizer im Referenzjahr 2010 knapp 125 000 Lebensjahre gewinnen, davon 15 000 Erwerbsjahre. Gut 10 000 Todesfälle konnten verhindert werden – 1500 von Erwerbstätigen.

Sterben weniger Leute, müssen auch weniger Hinterlassenenrenten ausbezahlt werden. Auch gut 20 000 Spitaleinweisungen waren nicht nötig. Die Gesundheitseffekte ergeben sich zu rund 70 Prozent aus dem Fussverkehr und rund 30 Prozent aus dem Veloverkehr.

Quelle: azonline.ch
Amt für Raumplanung: Externe Effekte des Verkehrs 2015 (PDF)

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Weiterführende Informationen

  • Positionspapier Pro Velo Schweiz und Fussverkehr Schweiz 2014: Es braucht mehr Platz für Fussgänger und Velofahrer (PDF)
  • Broschüre Fuss- und Veloverkehr auf gemeinsamen Flächen. Empfehlungen für die Eignungsbeurteilung, Einführung, Organisation und Gestaltung von gemeinsamen Flächen in innerörtlichen Situationen (2007, pdf, 4.1 MB)
  • Broschüre "Velos auf Trottoirs", Velokonferenz Schweiz
  • Broschüre "Erschliessung von Einkaufsgeschäften für den Fuss- und Veloverkehr. Empfehlungen für den Bau und Unterhalt. (pdf, 933 KB).
  • Dokumentation der Fachtagung "Einkaufen zu Fuss und mit dem Velo" vom 18.6.2009: www.fussverkehr.ch
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Weiterführende Beiträge und Artikel Kosten Verkehr
Angriff auf Schweizer Detailhändler bzbasel.ch am 24.10.2020
Autofahren ist teurer, als viele denken infosperber.ch vom 16.5.2019
Externe Effekte des Verkehrs 2015 (Schlussbericht Infras Ecoplan vom 27.6.2018, PDF)
Velofahrer nützen der Allgemeinheit mehr als sie kosten azonline.ch vom 18.7.2014
Post verarbeitete 2019 so viele Päckli wie noch nie bzbasel.ch vom 16.1.2020
Faire Löhne entlang der globalen Lieferkette lebensmittelzeitung.net (Abo) vom 15.1.2020

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Veloparking statt Einkauf im UG?

Aus gebebenem Anlass fragen wir uns, wohin mit den Fahrrädern in der Kernstadt und der Einkaufsstrasse vor dem Kaufhaus. Wir halten fest: Ein Veloparking wäre idealerweise im UG zu realisieren. Genau da aber befindet sich nach alter Schule die Lebensmittelabteilung.

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Es ist nicht so, dass es für das Verkaufspersonal besonders angenehm ist, im UG die Regale zu füllen oder an der Kasse zu sitzen. Lebensmittel einzukaufen scheint einfach ein notwendiges Übel zu sein, es braucht dazu kein Tageslicht. Wir finden, diese verstaubte Praxis ist klar zu hinterfragen.

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Konzept der Zukunft: Das öffenliche Veloparking im UG, die Lebensmittel im Obergeschoss. Damit einher geht ein Impuls zu mehr Wertschätzung der Arbeit im Detailhandel.

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Einkaufen als Erlebnis
Unterführung und/oder Passarelle bzbasel.ch vom 5.8.2020
Einkaufscenter Dreiändergalerie bzbasel.ch vom 3.2.2020
Globus geht für 1 Mia. an Immobiliten-Investor tagesanzeiger.ch vom 3.2.2020
Migros verkauf Glattzentrum im tagesanzeiger.ch vom 30.1.2020
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Realitätslücke bei Digitalisierung lebensmittelzeitung.net vom 13.1.2020

Die Migros schlittert in eine Krise tagesanzeiger.ch (Abo) vom 12.1.2020
Manor zieht in den Zürcher Hauptbahnhof tagesanzeiger.ch vom 7.1.2020
Interview Warenhaus-Chefin Nicole Loeb bzbasel.ch vom 28.9.2019
Aus für Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse tagesanzeiger.ch (Abo) vom 23.9.2019
Typology: Shop architectural-review.com am 13.8.2017
USA: Attack Architecture! archdaily.com

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Verwandte Themen
Ladenflächen werden zu Büros

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Geschrieben von VELOP.CH am Samstag März 4, 2017

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