Velo parkt mit Gleisanschluss

VELOP.CH

Gute Luft am Bahnhof

Es ist sehr, sehr ärgerlich, dass ausgerechnet um den Bahnhof SBB herum beim Erstellen neuer Bürohäuser rentable Parkraumbewirtschaftung für Autopendler ein Thema ist, Veloparkraumbewirtschaftung hingegen nicht. Platz für komfortable Veloparkplätze – ebensolche PP für Mitarbeiter der SBB, Lokführer, Zugbegleiter, SBB Cargo, Post etc. – kommen abhanden.

Hier möchte VELOP.CH bei Um- und Neubauten am Gleisfeld mitreden, Lösungen für den Veloparkraum vorbringen, die auch für Immobilienbewirtschafter von Interesse sein könnten.

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Schlechte Luft für Fussgänger (Update 9.5.2019)
Anlässlich einer Veranstaltung der neuen Gruppe Bahnhof sagt Thomas Staffelbach von SBB Immobilien, dass die Fussgängerströme mittel-/langfristig von den Geleisen nebst der bestehenden Passerelle an eine profisorische Passerelle an die Markhalle und eine verbreiterte Margarethenbrücke geführt werden.

Die gute Idee hat einen Haken: Es stinkt an der Viaduktstrasse! Ohne Reduktion der Abgase ist der Plan klar ein Rückfall in Zeiten, als sich die Fussgänger selbst auf dem Centralbahnplatz ihren Weg zwischen Autokolonnen suchen mussten. Der Platz wird von zunehmenden Pendleströmen zu Fuss, Umsteiger auf Tram, E-Bikes oder E-Trottinets genutzt. Pendler, welche nachhaltige Mobilität nutzen und dafür bezahlen, haben ein Recht auf gute Luft.

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Warum kein Busbahnhof an der Gartenstrasse?

Vorschlag anlässlich der Planauflage Areal Nauentor im Januar 2018


Kurze Wege für Umsteiger Bahn-Bus von der Gartenstrasse via Post-Reiterbau zu den Geleisen. Die Variante wäre klar der eleganteste Bus-Bahn-Anschluss und u.a. mit Rolltreppen ausbaubar.

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Was sagt der Kanton Basel-Stadt zu einer Bushaltestelle an der Gartenstrasse

Der Projektleiter Mobilitätsplanung Kanton Basel-Stadt schreibt auf Anfrage: Die von velop.ch gezeigte Führung des Busses sei nicht möglich. Das heisst, es müssten Anpassungen an Kreuzungen und Strassen vorgenommen werden. Zudem wäre der Standort weiter entfernt als die heutige Bushalteselle. Der Bund und die Kantone planen einen Anschluss des Euroairports EAP an das S-Bahn-Netz der Region. Eine Busverbindung vom Bahnhof an den EAP ist dann vermutlich in der heutigen Form nicht mehr sinnvoll.

Kommentar: Die Ansage des Amts für Mobilität kann klar widerlegt werden. Während der Gleiserneuerungsarbeiten 2019 am Centralbahnplatz fährt u.a. der Flughafenbus die Tour via Gartenstrasse (Bild nachfolgend oben). Für Wendemanöver ist die Heumattstrasse geeignet (Anlieferung Coop). Der Vorschlag entschärft das gefährliche Kreuzen der Velo- und Fussgängerströme auf dem Centralbahnplatz. Ferner kann langfristig die Einstellhalle der Paketpost umnutzt werden (Bild nachfolgend unten), falls Einsprachen die 2018 aufgelegte Zonenplanänderung nichtig machen sollten.

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Dicke Luft an der Meret-Oppenheim-Strasse

Kurzparkplätze und Fernbusse unmittelbar am Gleisfeld. Gesehen am Karfreitag 2019.
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Flixbus gegen SBB: Der grosse ÖV-Kampf findet auch im Kleinen statt – auf einem zugestellten Parkplatz

Die grasgrünen Busse von Flixbus sind im Zürcher Stadtbild längst zu einem vertrauten Anblick geworden. Zuletzt auch in Oerlikon, wo auf dem unansehnlichen, etwas verlassenen Parkfeld zwischen Regensbergbrücke, Bahnhof und Hofwiesenstrasse Abend für Abend eines der Gefährte parkiert wird. Pikantes Detail: Das Areal gehört ausgerechnet den SBB, die mit der deutschen Busgesellschaft für Reisen nach München oder Mailand in harter Konkurrenz stehen. NZZ vom 27.06.2018

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Gesucht: «Ankerplätze» für Fernbusse Die Städte tun sich schwer mit einem neuen Angebot im öffentlichen Verkehr. Knackpunkt sind die Halteorte. Die Gretchenfrage lautet: am Bahnhof oder am Stadtrand? NZZ vom 27.9.2017
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Das Ringen um Fernbus-Stationen in den Städten Der Fernbus soll künftig direkt in die Stadtzentren fahren. André Kirchhofer, Vizedirektor des Nutzfahrzeugverbands Astag sagt dazu: «Ja, es braucht Carhalteplätz für Fernbusse, für den privaten Reisebusverkehr – möglichst im Zentrum der Städte. Wir sind uns aber bewusst, dass das ein schwieriges Unterfangen ist», sagt er.

In der Innenstadt sei das nicht möglich, heisst es aber vom Städteverband. Direktorin Renate Amstutz erklärt: «Wir dürfen nicht vergessen, dass in den meisten Städten bereits heute die räumlichen Verhältnisse kaum eine grössere Menge haltender Fernbusse an den Bahnhöfen oder an den Bushöfen zulassen würden.»

Deshalb denkt Amstutz eher an Standorte am Rand der Städte, in Autobahnnähe. «Entscheidend ist, dass diese Haltepunkte ausreichend an den öffentlichen Verkehr angebunden sind – zum Beispiel mit einem Bus, der ins Stadtzentrum fährt oder dass sie in der Nähe einer S-Bahn-Haltestelle liegen.» So brächte das zusätzliche Fernbusangebot nicht zusätzlichen Verkehr in die Innenstädte.
SRF News Schweiz vom 20.10.2017

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Wo ist die Haltestelle? Im Hinterhof «Das ist keine gute Visitenkarte für Touristen, die in die Schweiz kommen», kritisiert Kirchhofer. Er sähe es gern, wenn alle Busunternehmen die öffentlichen Haltestellen benutzen dürften. «Die Erfolgschancen der Fernbusse sind umso grösser, je besser und zentraler die Haltestellen sind», gibt er zu bedenken. Doch würde dadurch nicht der bestehende öffentliche Verkehr zu stark konkurrenziert? «Das ist eine politische Grundsatzdebatte, die man hätte führen müssen, bevor der Bund Fernbussen Konzessionen erteilt», sagt Kirchhofer. AZ-Medien / Nordwestschweiz am 27.2.2018

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Gute Luft dank Elektromobilität?

Während die Strassenbahn boomt und die Dieselloks ausrangiert sind, wie geht es weiter mit der Föderung der Elektromobilität? Warum sind in anderen Ländern mehr Elektroautos im Verkehr zu sehen als in der Schweiz? Gewiss ist der Preis eines Neuwagens mitentscheidend: Ein Elektro-VW Golf kostet in der Schweiz CHF 4'000.– mehr als die Benzinvariante. Wer sich einen Renault zulegen möchte, bezahlt für einen elektrischen Zoe zum vergleichbaren benzinbetriebenen Clio sogar CHF 10'000.– mehr. In Norwegen beispielsweise ist eine Elektro-Variante nur CHF 1'300.– bis 1'800.– teurer. Grund dafür ist die Befreiung der Elektrofahrzeuge von der Mehrwertsteuer. Norweger profitieren zusätzlich an tieferen Betriebskosten, dazu zählen Rabatte beim Tanken, Gratisparken, Gratisbeförderung auf Fähren sowie die Öffnung der Busspuren für Elektrofarzeuge bei Stau. Auch bei der Infrastruktur punktet Norwegen: Auf Hauptstrassen sind alle 50 km Schnell-Ladesrationen installiert. Zudem ist bei Stau die Öffnung der Busspuren für Elektrofarzeuge verordnet. Darüber hinaus hat das Parlament beschlossen, dass ab 2025 nur noch Elektroautos zugelassen werden sollen. Quelle: K-Tipp

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Das forum-elektromobilitaet.ch (gegründet 2010 als Kompetenzzentrum von Astra und TCS) schlägt in ihrer Roadmap als Massnahmen zur Förderung der Elektromobilität bis 2020 angebotsseitig die Senkung der Herstellungskosten der Elektrofahrzeuge vor, um damit auf das Preisniveau ähnlich ausgestatteter Verbrenner zu kommen. Als nachfrageseitige Massnahmen attestiert das forum die frühzeitige Bestellpolitik von Firmenflottenbetreibern sowie den Aufbau eines Nachfragesogs bei privaten Kundinnen und Kunden durch Testmöglichkeiten, Mobilitätsberatung und objektiver Berichterstattung grösstmögliche Wirkung zum Erreichen der Ziele. 2012 nennt sich das forum eletromobilität neu swiss-emobility.ch und ist nun von Amag bis zu Solarspar ein breit aufgestellter Verband. Trotzdem oder gerade darum hinken die Ambitionen denjeniger andere Länder hinterher. Die Motorfahrzeugsteuer für Elektroautos ist in jedem Kanton anders geregelt, die meisten privilegieren Elektroautos, aber auch diskriminierende Steuerpraktiken existieren. Die Steuer- und  Abgabepolitik  im  Bereich  der  Motorfahrzeuge  ist  Kompetenz  der  Kantone, wird in der aktuellen Roadmap als Problem erkannt. Bis Ende 2020 soll jeder zehnte verkaufte Neuwagen in der Schweiz ein sogenanntes Steckerfahrzeug sein [...]. Bei durchschnittlich 300'000 Neuwagen pro Jahr sind das etwa 30'000 Stück. 2018 lag der Anteil bei 3 Prozent, also ungefähr 9000 Stück, hält das Instituts für Wirtschaft und Ökologie an der Universität St. Gallen in ihrer neuesten Studie fest. Quelle: tagesanzeiger.ch

Der VCS auf der anderen Seite des politischen Spektrums engagiert sich für eine Steigerung des Marktanteils des öffentlichen Verkehrs (öV) gegenüber dem motorisierten Individualverkehr (MIV). Öffentliche Verkehrsmittel werden schon lange und erfolgreich elektrisch betrieben (Bahn, Tram und Trolleybus) und produzieren weit weniger Emissionen pro Kopf als der motorisierte Individualverkehr. [...] Der VCS vertritt die Ansicht, dass die Elektrifizierung des motorisierten Individualverkehrs Chancen bietet, aber keineswegs eine befriedigende Antwort auf die Frage nach der vernünftigen und vertretbaren Begrenzung des Verkehrswachstums.

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Weiterführende Informationen
Velo parkt mit Gleisanschluss (Präsentation PDF)
www.nauentor.ch
die Brücke, der Reiter, das Quartier 2016 (ETH/PDF)
Bahnknoten Basel – Synthesebericht 2017 (PDF)
Linie 70 – Variante Centralbahnstrasse  Ost via  Gartenstrasse (Anzug Grossrat /  PDF)

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Artikel zum Thema
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Die Zukunft der Carparkplätze sind (für 15 Jahre) geklärt im tagesanzeiger.ch (Abo) vom 19.9.2019
Gericht stoppt Moia-Flotte in Hamburg zeit.de
Reisebusse haben Salzburg weiter fest im Griff standard.at am 30.7.2019
Reisebusse lassen Touristen in Salzburg illegal aussteigen standard.at
Unterirdischer Bus-Terminal? «Das rechnet sich nicht» tagesanzeiger.ch vom 2.3.2018

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Geschrieben von VELOP.CH am Sonntag Mai 5, 2019

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