Velo parkt mit Gleisanschluss

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Post Basel 2.0

Das Streichen der Stellen auf der Post Basel 2 beim Bahnhof SBB Basel ist exemplarisch für die schweizweite Straffung der einst wegweisenden Paketpostlogistik. Wohin mit dem Post-Reiterbau? Was anfangen mit dem Posttunnel? Was passiert mit den Elektro-Töffs? Was wird aus den Pöstlern?

Heute schwärmen die Pöstler noch aus, bei der Post Basel 2. Was wird morgen sein? Foto VELOP.CH

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Die Post Basel 2 im Post Reiterbau im Ostflügel des Bahnhof SBB war mit seiner Erstellung 1980 (Suter + Suter) auf der Höhe der Zeit. 10 Jahre später fällt das Postmonopol für Pakete >2 kg. Briefe werden seit 2006 zentral in Härkingen SO oder ab 2008 Zürich-Mülligen sortiert. So kommt, was kommen muss: 2018 wurde der Öffentlichkeit die Umnutzung des Post Riegelbaus vorgestellt unter dem Projekttitel Areal Nauentor. Eine Post Basel 2.0 scheint damit vom Tisch.

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Mit Förderbändern vertikal verbundenen Geschossen. Auch ein Helikopter-Landeplatz auf dem Dach durfte nicht fehlen. Grafik: PTT-Archiv
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Dann das: Im März 2018 beteiligt sich die Post zu 51% an der notime AG, einem Schweizer Technologieunternehmen. "Damit möchte die Post eine gegenwärtige Nische besetzen, die sich in absehbarer Zeit zu einem relevanten Markt entwickeln wird. Vor allem urbane Kunden wollen immer öfters noch am gleichen Tag die bestellte Ware erhalten. Im hart umkämpften Logistikbereich ist es deshalb für die Post entscheidend, sich früh in diesem Wachstumsmarkt zu positionieren und dabei eine führende Rolle zu übernehmen" teilt post.ch mit.

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Spedition im Umbruch

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Blick in ein Logistikzentrum von Brack 2018.
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Zalando, Amazon oder Alibaba sind inzwischen zu Pionieren der Lager- und Paketlogistik aufgestiegen. Aber auch sie werden von der Realität eingeholt: Mit der Verkehrsproblematik verteuert sich der Transport von Retouren, was beispielsweise Amazon dazu zwingt, massenhaft neuwertige Produkte zu vernichten (faz.net vom 8.6.2018).

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Von der Strasse auf die Schiene – wo?

Der halbstaatlichen Post und SBB sind es sich selber überlassen Akzente zu setzen bei der Bewirtschaftung ihre Immobilien. Sie sind vom Bund her sogar dazu verpflichtet mit Rendite ihre Pensionskassen zu sanieren. So kann nach ökonomischem Gutdünken in die Höhe gebaut werden, sofern sich die SBB und Post nebst den Bestimmungen des Bau- und Planungsrechts auch an das vom Kanton Basel-Stadt unlängst verabschiedete Hochhauskonzept halten. Wer orchestriert aber die Zufahrten und die Lage der Rampen, die Wege zu den Mieterparkplätzen, die Anlieferung zu den Verkaufsflächen, eine reibungslose Logistik? Wer bringt die beiden Sockelmieter Coop und Migros dazu – keinen Steinwurf voneinenander entfernt ans Gleisfeld gekrallt  – sich auf eine gemeinsame Logistik festzulegen statt dass jeder für sich seine Zufahrt baut? Wer übernimmt für das gefährliche Kreuzen schwerer LKWs auf Quartierstrassen die Abnutzungskosten, für die Gefahren auf geschnittenen Velowegen und Trottoirs die Verantwortung? Warum wird zur Verbesserung des Verkehrsflusses keine Rampe auf der Mittelspur vorgesehen? Und zuletzt noch: Wie steht es um die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene? Wie soll es vorwärts gehen, wenn die Strassen schon voll sind, noch bevor der geplante Hochhauscluster rund um den Bahnhof SBB fertiggestellt ist? Ein entfesselter Immobilienmarkt lässt keinen Stein auf dem anderen. Darum ist es jetzt wichtig, genauer hinzusehen.

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Spedition 1980 versus Logistik 2020

Der Bahnhof Basel SBB trumpft heute mit 2 Logistikzentren auf, deren Konzepte unterschiedlicher nicht sein könnten: Spedition 1980 (SBB, Post) mit Autobahn- und Gleisanschluss und Logistik 2022 (Spedition privat). Das neue Logistikzentrum Meret-Oppenheimstrasse erreichen LKWs von der Autobahn / Terminal Basel Nord über die völlig überlastete Nauenstrasse, unzählige Tramlinien beim Strassbourg-Denkmal kreuzend, über die nicht dafür ausgelegte Margarethenbrücke. Weil im Meret-Oppenheim-Hochhaus wider Erwarten keine Verkaufsflächen vermietet sind, werden auf diesem Umweg praktisch 100% der Waren per elektrische Gabelstapler durch die ausgedienten PU im UG zum Zielort, den noch im Bau befindlichen Westflügel angeliefert. Die Besteller sind Gastrobetriebe, Migros, Schuhe, Zara sowie SBB Reisebüro etc.

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Vom Wolf zum Westflügel könnte via Posttunnel auf der Schiene direkt per elektrische Gabelstapler oder Cargo Sous Terrain vom Reiterbau durch die schwach belegte Tiefgarage der BLPK unter der Centralbahnstrasse zum Westflügel (Gastrobetriebe, Migros, Schuhe...) geliefert werden. Logistik 1980 und ohne umständliche Umwege.

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Die Mieter nutzen ihre eigene Spedition

Von einer innovativen Logistik und klugen Verkehrsführung, wie sie in den 80ern beim Bau der Post Basel 2 umgesetzt war ist man heute beim Meret-Oppenheim-Logistikzentrum leider weit entfernt. Damit verliert auch die neue Architektur etwas an ihrer Strahlkraft. Zu wenig Interesse an Belangen des Quartiers, keiner spricht von der Zunahme von LKW-Fahrten. Auch das Elsässertor, SBB Cargo hat das Feld längst verlassen, selbst die Spedition für das SBB Bahnhofschalter ist outsourced, als Mieter im Bahnhofgebäude vorgesehen ist die DHL.

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Was, wenn man die Pöstler und die Bähnler weiter hätte arbeiten lassen? Auf Rochaden am Gleisfeld verzichtet worden wäre? Die Strassen wären sicherer, die Luft besser und der Velokurier hätte seinen Platz an der Meret-Oppenheim-Strasse wohl behalten können.

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Ein Blick auf die Bahnzukunft im Raum Basel

Wie der regionale Güterverkehr abgewickelt wird und wo von der Strasse auf die Bahn in Zukunft umgeladen werden kann, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Logistik des Güterbahnhof Wolf wird zu grossen Teilen nach Gateway Basel Nord verlegt.

Die Bahnzukunft im Raum Basel am 15.11.2013

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Der Weg für Cargo sous terrain ist frei tagesanzeiger.ch (Abo) vom 29.1.2020
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Geschrieben von VELOP.CH am Sonntag Dezember 9, 2018

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