Velo parkt mit Gleisanschluss

VELOP.CH

N wie Nauentor

"Das Projekt Nauentor, also die Neubebauung des Postreiters entlang der Peter Merian-Brücke, liegt aktuell beim Grossen Rat. Für das Gundeli ergibt sich die Chance einer verbesserten Anbindung zur Innenstadt und zum Bahnhofplatz. Der vorliegende Ratschlag spricht etwas grossspurig von einer «Magistrale» für FussgängerInnen, erklärt aber nicht, was daran so magistral sein soll. Zudem bleiben Fragen offen: Wie kann das Gundeli besser an die Stadt angebunden werden, wie wäre die Nauenstrasse besser zu queren, ist z.B. mehr Grünzeit an den Ampeln vorgesehen oder sind andere Verbindungen geplant? Es scheint, dass die vielen geplanten Autoparkplätze verkehrs- und städtebaulich bessere Lösungen verhindern. Für den Veloverkehr sind dagegen nur 400 Abstellplätze vorgesehen, und eine direkte Zufahrt wird nicht garantiert. Schon heute sind die Veloparkplätze auf dieser Seite des Bahnhofs knapp.

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"Eine direkte und schnelle Veloverbindung durch den Neubau als Alternative zur Peter Merian-Brücke ist durch das zu überwindende Höhenniveau und der daraus resultierenden langen Wege nicht sinnvoll" schreibt das Bau- und Verkehrdepartement in seinem Ratschlag zum Areal Nauentor. Richtig ist: Die direkte Veloverbindung ab Solothurnerstrasse (gelb) ist möglich und sehr attraktiv.

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Mit den Entwicklungsgebieten Auf dem Wolf, Walkeweg, Nordspitze und Hagnau wird es viel noch mehr Velofahrende geben, die zum Bahnhof SBB fahren wollen. Der Druck, das Velo auf der Ostseite abzustellen, wird zudem verstärkt durch den Bau der Geleise 17+18, der den Wegfall der Veloparkplätze unter der Passerelle zur Folge haben wird.

Auch mit den Erfahrungen im Bereich Centralbahnplatz/ Passerelle und anderen Schweizer Bahnhöfen gehen wir von einem Bedarf von mindestens 800 zusätzlichen Abstellplätzen aus, die zudem zwingend fahrbar erreichbar sein müssen. Diese könnten und sollten eigentlich schon heute eingerichtet werden, der Platz und die fahrbaren Rampen dazu sind bereits vorhanden" schreibt Roland Chrétien, Geschäftsführer Pro Velo beider Basel in der aktuellen Ausgabe der Gundeldingerzeitung.

Gundeldingerzeitung im Juli 2020

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Stadtentwicklung gestern – heute – morgen
1955 wird erstmals die Idee eines "Postreiterbahnhofs" diskutiert. "Ganz neu ist die Idee nun freilich nicht. Im Ausland sind sie in verschiedenen Städten verwirklicht und das Berner Bahnhof-Projekt sieht etwas ganz Ähnliches vor. Da es mit den Berner Bahnhof-Neubauten aber noch gute Weile haben dürfte, glaubt der Generaldirektor der PTT, dass, wenn wie die Bundesbahnen auch die Basler Behörden dem neuen Projekt ihr Placet geben, Basel ernstlich die Chance hat, den ersten "Postreiterbahnhof" der Schweiz zu bekommen. Das von den neuen Baulinien der Centralbahnstrasse, der Nauenstrasse und der oberen Gartenstrasse umschlossene Postareal stünde dann für andere Postbedürfnisse zur Verfügung, die wahrscheinlich in eine spätere Bauetappe verwiesen werden müssten. Einmal soll hier der gewaltig angewachsene Autopark der Post auf dem Platz Basel untergebracht werden. Ferner ist, zur Entlastung der alten Hauptpost Basel 1 an der Freienstrasse, die Verlegung des Postchequamtes in diesen Neubau beabsichtigt. Andere Absichten stehen vorest offenbar noch im Hintergrund" berichten die Basler Nachrichten im März 1955.

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Zukunft Stadtraum Bahnhof SBB
Heute setzt die Post Immobilien, die Inhaberin des Postreiterbau, andere Prioritäten: Mit den Büros und Wohnungen ist die Fläche über den Geleisen flächendeckend mit AutopPP vorgesehen, die Mitarbeiterplätze für 2-Räder wird aufgelöst oder verschoben mit Einbussen beim Komfort. Das kommt nicht bei allen gut an, zuletzt bei denjenigen, die auf das Pendeln mit dem Auto verzichten und den Zug wählen. Eine Mehrheit im Kanton Basel-Stadt wünscht sich, dass am Bahnhof SBB zuerst an Umsteiger auf ÖV / Velo gedacht wird und ausreichend Veloabstellplätze angeboten werden. Es passiert das Gegenteil: Beim Areal Nauentor werden Möglichkeiten für den Langsamverkehr rigoros verbaut. Die Einsprachen aus dem Quartier zur Baueingabe Areal Nauentor folgen auf den Fuss. Anlässlich der Vernehmlassung Stadtraum Bahnhof Basel (endet 15.9.2020) wird von der Planungsgruppe Gundeldingen erneut ausdrücklich auf Mängel des Projekts hingeweisen. Die Umnutzung des Areal stellt als Solches kaum jemand in Frage, es wäre aber am Amt für Mobilität, den Anspruch des Wegrechts zu prüfen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

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Bild: Anlässlich der Vernehmlassung "Stadtraum Bahnhof SBB" liefert VELOP Pläne und Vorschläge für den Veloweg durch den Postreiterbau (rot eingezeichnet). Originalpläne Suter+Suter 1970 überzeichnet hellgrau das Areal Nauentor und Grafik

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Interessante Links
Basel 2050 sam-basel.org

Geschrieben von VELOP.CH am Donnerstag Juni 25, 2020

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