Velo parkt mit Gleisanschluss

VELOP.CH

P wie Passerelle West

Der Basler Bahnhof SBB sei ab 2020 sicherheitskritisch überlastet, entnehmen wir den Medien im November 2018. Der Grund seien die Passagiere. Deshalb will die Stadt gemeinsam mit der SBB einen besseren provisorischen Zugang zu den Geleisen anbieten, die Passerelle West.

Der Plan weckt Begehrlichkeiten bei der neuen Gruppe Bahnhof: Diese Brücke könnte mit kleinem Aufwand zur sicheren Veloverbindung ausgebaut werden. Da sich aber abzeichnet, dass das Anliegen einer Integration eines Velowegs in die geplante provisorische Passerelle weder bei der Stadt noch bei der SBB auf viel Interesse stossen würde, entschieden sich die neue Gruppe Bahnhof gemeinsam mit ProVelo beider Basel eine Petition (PDF) einzureichen. Damit ist der dringende Wunsch der Bevölkerung nach einer sicheren Veloverbindung von der Stadt über den Bahnhof zum Gundeli untermauert.

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Margarethenbrücke – beim letzten Renovationszyklus wurde der Veloverkehr komplett ignoriert. Bild: Staatsarchiv und Foto Autor.

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SBB und der Kanton Basel-Stadt wollen von einer Veloquerung trotz einer Petition nichts wissen, was so nicht absehbar war (siehe GZ 16.12.2020, PDF). Dem Vernehmen nach wurde im Oktober 2020 der Vorschlag einer Velo-Fussgänger-Brücke von der Regierung nämlich eher wohlwollend aufgenommen, um im Laufe des November 2020 wieder davon abzukommen. Heute erst lassen sich die Gründe erahnen: Die im Januar 2021 erstmals präsentierte Passerelle West wird ein Monster! Die Überraschung sind die Fahrstühle, weil bisher galt die provisorische Passerelle beim Bahnhof SBB Winterthur als massgeblich. (Bild nachfolgend).

Die Einhausung mag den Beh.Gesetz-konformen Fahrstühlen geschuldet sein. Nur: Für Rollstuhl und Rollis bringt die Passerelle West keinen Zeitgewinn. Die bessere Verbindung zu den Drämmlis und Flixbus stellt die bestehende Passerelle dar, die ja nicht abgerissen oder umgebaut werden muss!

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Seit Januar 2021 auf company.sbb.ch publiziert: Die Passerelle West am Bahnhof Basel SBB. Unterlegt mit Skyline der bestehenden Passerelle von Cruz y Ortiz und dem Areal Nauentor (rosa) durch VELOP.CH

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Ausblick

Vision: Mit einer Nachbesserung (Veloweg statt Lift) könnten alle Interessen zufrieden gestellt werden. Bild: Visualisierung der SBB überzeichnet und coloriert durch VELOP.CH

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Die Mehrheit der Player ist auf dem Velo-Auge blind. Mit Baubeginn zum Areal Nauentor (2021-2029) wird das Velofahren noch ungemütlicher, Zusatzleistungen zur Sicherung der Veloverbindung vom Gundeldingen ins St. Alban-/Gellertquartier sind heute schon absehbar. Das Gundeldingen droht wegen Nachlässigkeit der Entscheider bei SBB und Kanton den Trends grösserer Städte Europas in Richtung mehr Veloverkehr nicht folgen zu können. Das Bau- und Verkehrsdepartement ist dem Vernehmen nach Anfang 2021 anlässlich eines Austauschs mit der Neuen Gruppe Bahnhof zur Einsicht gelangt, für die geforderten Veloquerungen über den Bahnhof mehr Manpower aufzubieten. Die Einsicht kommt sehr spät, denn inzwischen hat der Vorstand der Neue Gruppe Bahnhof für die kommende GV die Auflösung des Vereins auf die Tranktandenliste gesetzt.

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Sichere Veloverbindung (siehe auch Stadtraum Bahnhof SBB) mit atemberaubendem Ausblick Richtung Vogesen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Visualisierung VELOP.CH

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Geschrieben von VELOP.CH am Mittwoch Juli 3, 2019

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