
Abgeriegeltes Lehenmattquartier zum St. Jakob Basel – was tun?
Eine von der Regierung mehrfach versprochene Velo-Lösung liegt nicht vor. Die Regierung bilanziert auf Anfrage wie folgt: Als Massnahme zur Verbesserung der Veloverbindung vom Gellert/Lehenmatt zum Joggeli wären sowohl die Verbreiterung des bestehenden Tunnels als auch der Bau eines zweiten Tunnels mit unverhältnismässig hohen Kosten verbunden. Zudem erweisen sich die Anschlusspunkte Seite Stadion und Seite Gellert betreffend Geometrie und Sicherheit als äusserst kritisch.
Mit der Fertigstellung des Projekts St. Jakobs-Strasse, zwischen Zeughaus und Schänzli, können für Velofahrende bald deutliche Verbesserungen im Gebiet der Sportanlagen erzielt werden. So wird die Fahrt Richtung Zeughaus im Bereich der Tunnels mit einem abgesetzten Fahrstreifen verbessert. Im Bereich St. Jakob-Park wird in derselben Fahrtrichtung der Velostreifen verbreitert und die Überquerung der Kreuzung vereinfacht. In Richtung Dreispitz ist neu eine Linksabbiegespur für Velofahrende vorgesehen und aus der Grossen Allee kommend kann dann auch deutlich einfacher und sicherer nach links auf die St. Jakobs-Strasse abgebogen werden.
Eine weitere Veloverbindung entlang der Birs beim St. Jakob ist seit einiger Zeit in der Planung.Das Projekt «Birsuferweg» sieht eine verbindende Veloführung unter der Birsbrücke an der St. Jakobs-Strasse entlang der Birsstrasse vor. Sofern keine Einsprachen gegen das kommende Bauprojekt erfolgen, ist mit der Umsetzung der Bauarbeiten Ende 2025, nach der Women’s EURO 2025, zu rechnen. Die Realisierung findet gleichzeitig mit den Massnahmen zum Hochwasserschutz statt und soll 2026 abgeschlossen sein.
Im Rahmen der Planung des Quartierareals Lehenmatt Süd (ehemals Häfeli-Areal) ergibt sich ausserdem die Möglichkeit, die Birsstrasse zu verbreitern. Diese Absicht wurde in den Planungen frühzeitig integriert und vorgemerkt. So können Velomassnahmen von der Stadionstrasse in Richtung
St. Jakob umgesetzt werden, wodurch auch die nördliche Zufahrt zum «Birsuferweg» künftig gewährleistet wird.
Aufgrund dieser Ausführungen und der Tatsache, dass sich die beschriebenen Massnahmen teilweise noch in der Planung oder Umsetzung befinden, beantragen wir, die Anzüge betreffend «Verlegung eines Teilstücks Veloweg Münchenstein-Basel» und «eine direkte Veloverbindung Gellertstrasse zu den Sportanlagen St. Jakob» sowie den Anzug betreffend «einer sicheren Veloverbindung von Gellert/Lehenmatt zum Joggeli» stehen zu lassen.
Zitiert aus: Parlamentarischer Anzug sichere Veloverbindung von Gellert/Lehenmatt zum Joggeli
Fazit: 40 Jahren nach dem Bau des Gellertdreiecks fällt die Durchwegung noch immer durch einen viel zu knapp bemessenen Fussgänger- und Velotunnel durch.

Birsuferweg: Unsere Geduld ist zu Ende
Im Mai 2024 teilten uns höchste Stellen des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt mit, dass das Bundesamt für Umwelt BAFU grünes Licht für des Projekt Birsuferweg unter der Birsbrücke gibt.
Im Dezember bestätigte die Regierung in ihrer Antwort auf die Forderung des Grossen Rats aus dem Jahr 2006 (!) offiziell, dass mit der Umsetzung nach der Women’s Euro spätestens Ende 2025 begonnen wird. Der Veloweg sollte dann 2026 zusammen mit dem Hochwasserschutz fertiggestellt werden, also 20 Jahre nach dem Grossratsbeschluss. Auf unsere kürzliche Anfrage hin erfuhren wir jetzt vom Tiefbauamt, dass das Projekt aktuell noch immer «geprüft werde». Das krasse Beispiel zeigt einmal mehr den fehlenden Willen, schnell Verbesserungen umzusetzen. Es wurde so lange abgewogen, hin- und hergeschoben und geplant, bis verschärfte Vorschriften des Bundes die Planungen ins gefühlt Unendliche verzögern. Dabei hätten die Behörden schon lange ganz einfach das Fahrverbot auf der seit Jahrzehnten bestehenden und seit 2018 sogar geteerten Verbindung aufheben können.
Diese Episode fügt sich ein in eine Reihe von Projekten, welche Verwaltung und Regierung nicht oder nur sehr langsam umsetzen. Jérôme Thiriet (Grüne) hat die Regierung nun angefragt, was die Gründe für die zahlreichen Verzögerungen bei Veloprojekten seien und weshalb zum Beipiel der Birsuferweg oder der Velogegenverkehr im Claragraben nicht mit raschen Massnahmen wie Verkehrsversuchen, Farbe oder mobilen Elementen ermöglicht werden. Die Antwort stand bei Redaktionsschluss noch aus, ebenso wie ein vom Tiefbauamt nach unserer Kritik rasch angebotenes klärendes Gespräch.
Basler Veloblatt (PDF) vom Nov. 2025

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