Velo parkt mit Gleisanschluss

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Vorgefertigte Velobahn

Für den Bau einer Velobahn hat die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basellandschaft einen Studienauftrag vergeben. Die Zielvorgabe ist, dass die Velobahn eine Kapazität von mehr als 3000 Velos pro Stunde und Richtung aufnehmen kann und mit wenigen Eingriffen schnell gebaut ist. Beim nun vorgestellen Konzept liegen die Kosten bei 2 Millionen Franken pro Kilometer. Die Initiative ist politisch breit aufgestellt und die Unternehmer streben an, dafür im In- und Ausland weitere Abnehmer zu finden.

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Präsentation eines Moduls zum Zusammenstellen einer Velobahn.

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Artikel zum Thema
Todgeglaubte lebenlänger bzbasel.ch vom 13.10.2020
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Finanzierung Veloinfrastruktur

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Bisher stellen nur wenige Kantone mit Spezialfinanzierungsregelungen für Veloinfrastrukturen Gelder zur Verfügung. In der Regel werden diese integral über die Strassenbauprogramme mit entsprechenden Strassenfonds finanziert, gespiesen durch kantonale Motorfahrzeugsteuern, Kantonsanteile nationaler Verkehrsabgaben sowie teilweise ergänzt durch allgemeine Steuergelder. Erst mit dem neuen Velogesetz von 2018 existiert eine analog zum Fuss- und Wanderwegenetz gesetzlich verankerte Koordinationsaufgabe des Bundes für den Veloverkehr, sowie ein expliziter Planungs-, Bau- oder Erhaltungsauftrag an die Kantone. Am 13. Mai 2020 beschliesst der Bundesrat die rechtlichen Grundlagen zur Umsetzung des neuen Verfassungsartikels: Der Bau von Velowegen bleibt Aufgabe der Kantone. Sie haben künftig aber die Pflicht, Velowege verbindlich zu planen und für ein zusammenhängendes und sicheres Velowegnetz zu sorgen.

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Veloinfrastruktur fördern Kantone zum Beispiel durch

  • Verankerung der LV-Netze in den Richtplänen
  • Angemessene Berücksichtigung des LV in den Agglomerationsprogrammen
  • Schaffung organisatorischer und finanzieller Voraussetzungen zur LV-Förderung.
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Veloinfrastruktur fördern AGGLOMERATIONEN / STÄDTE / GEMEINDEN mit

  • Definition, Planung und Realisierung der lokalen und regionalen LV-Netze
  • Planung, bauliche und organisatorische Verbesserung der Schnittstellen zum ÖV bzw. MIV
  • Systematische Analyse und Behebung von Problemstellen
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Erfolgreiche Projekte

Kantonaler Aktionsplan – Veloroutennetz: Am 2. Juni 2020 verabschiedete der Kanton Waadt einen Velo-Aktionsplan, der vorsah, ausserorts - im Zuständigkeitsgebiet des Kantons - 100 Kilometer provisorische Veloinfrastrukturen zu schaffen. Um die Kontinuität und Sicherheit der Anlagen über diese Abschnitte hinaus zu gewährleisten, wurden auch die Waadtländer Gemeinden aufgefordert, Projekte umzusetzen. Der Kanton unterstützte diesen Aufruf mit einem Leitfaden, der vom Büro Transitec erstellt wurde. Dieser Leitfaden enthält viele illustrative Beispiele für rasch umsetzbare Massnahmen wie die Markierung von Velowegen, die Umnutzung von MIV-Spuren oder Parkplätzen für Velostreifen, die Bewilligung des Veloverkehrs auf Busspuren, die Markierung von lokalen Velorouten oder die Schaffung von Veloabstellplätzen. Quelle: mobilservice.ch

Freiwillige CO2-Kompensation – Cargobikesharing: Die Vision von myclimate ist die „Low Carbon Society“, eine 1-Tonnen-CO2-Gesellschaft, die hohe Lebensqualität mit sehr tiefen Treibhausgasemissionen ermöglicht. Die gemeinnützige Stiftung ist eine international ausgerichtete Klimaschutzinitiative mit Wurzeln in der Schweiz. Seit der Gründung als Spin-Off der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) im Jahr 2002 hat sich myclimate zu einem weltweit führenden Anbieter in der freiwilligen CO2-Kompensation entwickelt. Cargobikes sind wahre Transportwunder. Ihre Anschaffung ist allerdings nicht gerade günstig. Der Kauf sollte also gut überlegt sein. In Basel starten im Frühjahr 15 Unternehmen bei Work by Bike mit einem Cargobike in die moderne Transportwelt. Sie können ein Jahr lang das neue Gefährt ausgiebig testen. Quelle: myclamate.ch

Pendlerfonds – Veloabstellplätze am UPK-Campus: Die bestehenden dezentralen Veloabstellmöglichkeiten im auch für Besucher und das angrenzende Quartier offenen UPK-Campus (Universitäre Psychiatrische Kliniken) werden um 170 weitere Veloabstellplätze erweitert. Diese sind überdacht und mit Ständern ausgestattet. Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) möchten durch das neue Infrastrukturprojekt ein ausreichendes Angebot an Veloabstellplätzen sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die den Campus nutzende Bevölkerung schaffen.
Quelle: mobilitaet.bs.ch

Expo02 – Rikschas in der Schweiz erlaubt: Dank der Bundesgelder wurden an der Exop02 innovative Mobilitätskonzepte gezeigt. Mit der Landesausstellung fällt der Startschuss, Personen mit Velotaxis zu befördern. Quelle: velotaxi-basel.ch

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Verzögerte Projekte

Veloringinitiative in Basel: Rund um das Basler Stadtzentrum soll ein auffällig markierter Veloring eingerichtet werden. Der Regierungsrat teilt die Anliegen der Initiantinnen und Initianten der kantonalen Volksinitiative „für eine ringförmige Velo-Komfortroute (Veloring-Initiative)“. Er beantragt dem Grossen Rat Mittel im Umfang von 25 Mio. Franken für die Planung und Realisierung des Velorings. LDP, SVP, TCS, Gewerbeverband, ACS Handelskammer ergreifen dagegen ein Referendum und bringen das Projekt zu Fall.

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P wie Passerelle West in Basel: Die 'Neue Gruppe Bahnhof' im Basel fordert eine provisorische Passerelle West über das Gleisfeld Bahnhof SBB. Sie bietet die einmalige Chance mit kleinem Aufwand eine sichere Velo Verbindung vom Gundeli zur Innenstadt zu bauen – jetzt, und nicht erst in 20 Jahren! P wie profisorische Passerelle West

Duraduct 2 in Schaffhausen: Die Stadt nimmt die seit Jahren diskutierte Fuss- und Velobrücke "Duraduct" in die Planung auf. Die Umsetzung der Brücke gilt als Zugpferd der Veloförderung in der Stadt. Die Budgetierung der Planungkosten wurden im August 2016 vom Stadtrat in Aussicht gestellt. S wie Schaffhausen

Veloweg entlang der Rämistrasse, Zürich: 50 Millionen Franken für 400 Meter Veloweg, oder 125'000 Franken pro Meter – das sei viel zu teuer, sagten Redner von FDP und SVP. Der Kanton, der sich am Projekt beteiligen müsste, würde einem solchen Betrag niemals zustimmen. Die VCS-Lösung würde wiederum das Tram verlangsamen. Einen richtigen Veloweg brauche es gar nicht. Die Steilheit schrecke die Velofahrer sowieso davor ab, die Rämistrasse bergauf zu benutzen. Stephan Iten (SVP) sagte, die Stadt habe schon zu viel Geld ausgegeben für die Planung. Jetzt müsse man das Projekt abbrechen. Quelle tagesanzeiger.ch

Velotunnel unter dem HB Zürich: Parlamentarier fordern nach jahrelangem Zuwarten die Überweisung des Vorhabens Velotunnel an den Gemeinderat und einen Eröffnungstermin. Als mögliche Bremser gelten der Kanton, das Bundesamt für Strassen (Astra) als Besitzer des Autobahnstummels, die Technik im Untergrund oder Fragen zu den Verkehrsregeln (Elektroroller ja/nein). Wegen der Verzögerungen drohen negative Auswirkungen auf andere Veloinfra­strukturprojekte rund um den Hauptbahnhof. Vision für Zürich

Lugano: Parkplatzabgabe: Die Parkplatzabgabe zielt auf Unternehmen und Betriebe, die grosse Verkehrsströme generieren und damit wesentlich zur Überlastung der Tessiner Strassen beitragen. So gilt die Parkplatzabgabe nur für jene Unternehmen, die über 50 oder mehr Parkplätze verfügen. Unternehmen in abgelegenen Gemeinden, die schlecht mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen sind, sind ebenfalls von der Steuer befreit. Mit den Einnahmen gefördert werden Unternehmen, die das Thema Mobilitätsmanagement aktiv angehen wollen. Einsprachen haben das Projekt bis April 2020 leider blockiert. Quelle: www.mobilservice.ch

Liestal: Velofreunde am Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF): Die geplante Velohochbahn zwischen Pratteln und der Römerstadt Augusta Raurica hätte bis zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) vom August 2022 in Pratteln in Betrieb gehen sollen. Sie hätte etwa fünf Meter über dem Boden zu stehen kommen und vier bis fünf Meter breit werden sollen. Die Kosten für die Velohochbahn wurden auf 2 Millionen Franken pro Kilometer veranschlagt – vorgesehen war eine Strecke zwischen 2 bis 3 Kilometern. Das Projekt wurde wegen Zeitdruck nach einem Filzvorwurf gestoppt.

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Dokumente zum Thema
Erleichterte Rahmenbedingungen für das Erstellen von Infrastruktur (2020)
Session Nationalrat: Veloinitiative (2018)
Kongress zur Urbanen Sicherheit (2013)
Kongress zur Urbanen Sicherheit (2011) (PDF)
Nationale Finanzierungsmodelle für Veloinfrastrukturen (2010) (PDF)
Parlamentarische Interpellation: Finanzierung der Veloförderung (1998)

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Fussgängerbrüggli, Velobahn, selbst eine Wildtierbrücke kostet viel Geld

Auch eine Wildtierbrücke kostet viel Geld, was die Fertigstellung eines zusammenhängenden Wildbahnnetzes ausgremst oder in Frage stellt. Im Falle der Wildtierbrücke Suhr-Gränichen (Bild unten) haben sich die veranschlagten Kosten auf CHF 13.9 Mio. mehr als verdoppelt. Das irritiert auch Bürgerliche, welche das Geld lieber in den Strassenbau investiert sehen. Was sind die Kostentreiber, gibt es Preisabsprachen, ist es die Bauweise....? Die Kosten der Wildtierkorridore hat das Astra zu beziffern versucht (Zwischbericht 2015, PDF)  und schätzt die Kosten der Wildtierbrücken auf durchschnittlich ca. CHF 5.7 Mio.

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Teure Wildtierbrücke in Suhr/Gränichen

Wildtierbrücke in Suhr bei Erstellung 2020

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Artikel zum Thema
Jeder Frosch, der über die Brücke hüpft, kostet 100'000 Franken aargauerzeitung.ch am 30.8.2016
Wildtierbrücke: Einsprache gegen das 14-Millionen-Projekt aargauerzeitung.ch am 5.10.2016
Freie Bahn für Hirsche und Wildschweine srf.ch am 14.1.2020
Bau des schweizweit ersten Wildtierkorridors aus Holz bei Suhr baublatt.ch am 5.10.2020
 

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Y wie Ypenburg

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Geschrieben von VELOP.CH am Dienstag September 8, 2020

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