Velo parkt mit Gleisanschluss

VELOP.CH

Auf dem Tinguelyweg* durch das Reitergebäude

Der Strassenanschluss vom Gundeldingerquartier in das Post-Reitergebäude am Bahnhof Basel SBB ist seit 50 Jahren auf standby gesetzt. Lesen Sie hier, wie es dazu kam, warum die Blockade anzudauern droht oder wie das Gundeli schon bald seinen Tinguelyweg erhalten könnte.

Da es vor, während und auch nach der Umgestaltung der Bauten am Gleisfeld des Bahnhof SBB in Basel (Westflügel / Elsässertor / Meret-Oppenheim-Hochhaus / Südpark / Nauentor ) an Veloabstellplätzen für Pendler mangelt, welche aus einem dichtbesiedelten Einzugsgebiet (Gundeldingen / Binningen / Allschwil) den Bahnhof erreichen, sollten zeitnah private VeloPP gefunden und ggf. dezentral realisiert werden. Gesucht sind entsprechende Immobilienangebote in nächster Nähe des Bahnhofs Gundeldingen.

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In den 60er Jahren war der Plan, die Südtangente mitten durch das Gundeldinger Quartier zu führen. Zum Glück ist nichts daraus geworden.Verdichtung ist möglich und die Anschlüsse des Sockelbaus können für eine Velobahn (gelb) geöffnet werden.

Anlässlich der öffentlichen Planauflage zum Areal Nauentor reicht VELOP.CH eine Anregung zur Zwischennutzung (PDF) ein. Nebst einiger Einsprachen und dem ausserordentlichen Interesse der Quartierbewohner sagt dem das Amt für Mobilität und die Postfinance Mitte 2019 noch zu, um ein Anfang 2020 wieder davon abzukommen. Immerhin, die Idee ist gesetzt.

Dass hingegen die Planer des Areal Nauentor (Baubegin 2021) trotz insistieren verschiedener Gruppen aus dem Gundeldingerquartier – letztmals im August 2020 anlässlich der Vernehmlassung Stadtraum Bahnhof SBB – noch immer eine umständliche Fussgängerverbindung über eine sogenannte Magistrale über zwei Etagen hinweg statt direkt durch das Parkdeck hindurch in Aussicht stellen ist ein Affront. Als Antwort darauf skizziert VELOP.CH eine Strasse in den Reiterbau zu komfortablen Veloabstellplätzen mit direktem Gleisanschluss:

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Skizzen zu einer Gleisquerung Bahnhof Ost
 

Vorschlag: Direkte und schnelle Veloverbindung inklusive Velostation mit Gleisanschluss. Plan aktualisiert im April 2020.

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Die Anschlüsse in den Sockelbau sind wegen der Südtangente bis heute auf standby gesetzt
Mit den technischen Fragen befördern Recherchen eine Überraschung zu Tage: Die Lücke von der Solothurnerstrasse durch das PTT Betriebsgebäude ist in einem Grossratsbeschluss** (PDF | 11.3 MB) explizit erwähnt: "Ein- und Ausfahrten an der Nauenstrasse oder Peter Merian-Brücke kommen aus verkehrstechnischen Gründen nicht in Frage. Ein weiterer Strassenanschluss des Gebäudes ist auf der Südseite vom Gundeldingerquartier her vorgesehen. Seine Festlegung ist jedoch erst nach der definitiven Projektierung der Südtangente möglich." (GRB Seite 9)

Nicht nur die rechtlichen Grundlagen für eine Strasse von der Solothurnerstrasse in das Gebäude ist somit gegeben, sondern auch die politische Stossrichtung, die Nutzbarkeit für Quartierbewohner zu gewährleisten: "Unsere Stadt hat klarerweise ein erhebliches Interesse an der Erstellung der Fussgängerpasserelle von der Solothurnerstrasse über die Bahnanlagen zur Centralhahnstrasse mit direkten Abgängen zu den SBB-Perrons sowie an der Schaffung von 360 Parkplätzen, welche teilweise der Öffentlichkeit für Kurzparkierer zur Verfügung zu stellen sind. Die Anlagen dienen nicht nur den Postbenützern, sondern liegen ganz allgemein im Interesse unserer Bevölkerung." (GRB Seite 16)

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Stillstand seit 1980; Die N2 im Kanton Basel-Stadt. Quelle: Tiefbauamt des Kantons Basel-Stadt

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Der oben skizzierte Veloweg durch den Reiterbau hat ProVelo beider Basel überzeugt und ist nun zur Vorberatung bei der Bau- und Raumplanungskommission deponiert: Konkrete Planung der Ein- und Ausgangssituation ins Nauentor im Bereich Solothurner- und Nauenstrasse (u. a. Einbezug IWB-Platz und Weiterführung der «Magistralen» über die Nauenstrasse hinweg in die Innerstadt, z. B. durch das neu zu erstellende BIZ-Areal).

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*) Der Arbeitstitel "Tinguelyweg" bezieht sich auf Jean Tinguely, der hinter dem Centralbahnhof im Gundeldinger-Quartier aufgewachsen ist.

**) Grossratsbeschluss betreffend Festsetzung eines Ueberbauungsplanes
für den Neubau des Postbetriebsgebäudes Basel 2 vom 10. Juni 1971

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Das Postbetriebsgebäude – eine industriell konzipierte Anlage

Um 1955 ist klar, das die aus der Zeit gefallenen Post 2 ersetzt werden müsste. Dem Vernehmen nach dringt der Plan aus Bern durch, einen neuartig konzipierten Bau über das Gleisfeld, einen sogenannten Reiterbau, zu erstellen. Mit dem Abriss der im Federal Style erstellten Post 2 erfolgt ein Bruch mit der am Bahnhof vorherrschenden Architektur an prominenter Stelle. Da die historische Bahnhofshalle – vielleicht zu Recht – noch immer als die Referenz für das ideale Ambiente auf Bahnreisen gilt, kann ein Neubau am Platz störend wirken. Diese Ansicht hält sich hartnäckig, ungeachtet der Funktion, welche ein Bau zu erfüllen hat. Für den inzwischen im Auslaufmodus befindlichen Post-Reiterbau von Suter+Suter wäre von Seiten Denkmalpflege etwas mehr Initiative angebracht, auch seine gelungenen Aspekte hervorzustreichen.

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Um 1970 sind neben zusätzlichen Aufgaben der PTT (z.B. Zahlungsverkehr, Telekommunikation) etwa die Zusammenlegen der Post 17 für Expressgut ein Thema. Die Betriebsamkeit der Post, welche quer über den Centralbahnplatz abgewickelt wird, ist für ankommende Bahnreisende ein Ärgernis. Die Post soll aber auch den motorisierten Kunden – es sind Boomzeiten des Automobils – ein speditive und bequeme Abfertigung geboten werden. Die Basler Nachrichten fassten dann die Funktionalitäten nach erfolgter Baueingabe um 1970 in einem Artikel "Postzentrum teilweise über Bahnanlagen" vom 1.5.1971 wie folgt zusammen:

  • Ebenderdig mit der Nauenstrasse/Gartenstrasse [befinden sich] die Räumlichkeiten für den Publikums[auto]verkehr.
  • Im ersten Obergeschoss – das sich über das ganze Areal erstreckt – [entstehen] rund 360 Parkplätze für Postangesellte und Kunden, Personaleingang und Garderoben, eine Passerelle zwischen Solothurnerstrasse und Centralbahnstrasse mit Café.
  • [In weiteren Obergeschossen sind Betriebsstätten und Instruktionsräume untergebracht]
  • Im ersten Untergeschoss [vorgesehen ist] die Abteilung des Paktversandes, an die ein niveaugleicher Posstunnel für Rollwagentransporte von und zu den Zügen im Bahnhof bzw. zu Perronliften angeschlossen ist.
  • [ ... ]

Betreffend der Passerelle konnte im Gespräch mit T. Degen, dem vormaligen Direktor der PTT, in Erfahrung gebracht werden, dass die Eigentümerschaft des Streifens zwischen Post-Betriebsgebäude und Perrondach der SBB von der PTT an den Kanton Basel-Stadt übergegangen sei. Weitere Recherchen beim Staatsarchiv sind wegen nötiger Zusagen für Akteneinsicht bei privater Eigentümerschaft, in diesem Fall die Post Immobilien, noch nicht erfolgt. Bild: Aus der NZZ vom 17.6.1972

velop.ch am 1.6.2020

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Projektseite
www.nauentor
Immobilien Post
Stadtraum Bahnhof SBB Planungsamt Basel-Stadt

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Vernehmlassungsverfahren
Medienmitteilung Stadtraum Bahnhof regierungsrat.bs.ch am 24.11.2020
Anregung Vernehmlassung Stadtraum Bahnhof ( 1-seitiges PDF | 0.8 MB | A4 )
Areal Nauentor Plan überzeichnet mit Variante Veloweg ( 2-seitiges PDF | 1.1 MB | A3 )

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Grundlagen
Die Brücke, der Reiter, das Quartier eth.ch am 1.4.2016
Projektbeschrieb Suter+Suter, März 1970 ( 8-seitiges PDF | 1 MB | A4 )
Grossratsbeschluss vom 10.6.1971 (PDF | 11.3 MB)

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Verwandte Themen
N wie Nauentor
Vernehmlassung Stadtraum Bahnhof SBB 2020
P wie Passerelle West
Post Basel 2
Gute Luft

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Artikel zum Thema: Gundeldingerzeitung (PDF) | Regionaljournal SRF
Interpellation betreffend Projekt Nauentor vom 19.12.2017 (PDF)

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Was wäre, wenn...

In den 60er Jahren war der Plan, die Südtangente mitten durch das Gundeldinger Quartier zu führen. Zum Glück ist nichts daraus geworden, Verdichtung ist möglich und die Anschlüsse des Sockelbaus können für eine Velobahn (siehe Bild oben) geöffnet werden.

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Geschrieben von VELOP.CH am Donnerstag Februar 27, 2020

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